Bericht zum Foodsharing-Wochenende vom 05.03.2016

Bericht zum Foodsharing-Wochenende vom 05.03.2016

40% der Lebensmittel werden weggeschmissen.

Quelle

Jeder Deutsche wirft im Jahr 82 Kilo Lebensmittel weg

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Die Siegener Zeitung berichtete bereits von dem Wochenende, so möchte ich es als Botschafter ebenfalls tun.

Freitag

Für mich fing das Wochenende schon am Freitag abend an, als Johannes Arens im Hackspace Siegen ankam. Er hatte gerade die Strecke Hamburg - Siegen erfolgreich als Tramper zurück gelegt. Er ist reisender Botschafter für die foodsharing-Bewegung, BA Biologe und lebt seit 11 Monaten ohne Geld. Er hatte viel Interessantes zu erzählen. Einen Tag nach dem Wochenende ist er bereits weiter nach Mainz gezogen.

Bild von Anne Schwab

Samstag auf dem Markt

Bevor das Treffen anfing, wollten Johannes und ich noch schnell über den Markt gehen. Ich zum Einkaufen und Johannes um die frohe Botschaft von foodsharing zu verbreiten. Unsere Aufgabe war dann, die Händler um Nahrungsmittel zu bitten, die sie sonst weggeworfen werden würden.
Ich gehe immer gerne und immer zuerst "zur Bäuerin" vom Hof Faber - das ist der Stand mit blau-weißen Streifen. Dort brauchte ich das Thema nur anzusprechen und ich bekam prompt einen Sack mit Äpfeln. Diese sind auf dem Foto der Siegener Zeitung zu sehen!
Johannes hat fast alle anderen Stände angesprochen - absolut schmerzfrei.
In Zukunft erkenne ich sehr schnell, ob jemand leidenschaftlich mit Lebensmittel handelt oder nicht: Am Abend "Leben"smittel wegzuwerfen schmerzt.

Bild von Anne Schwab

Samstag im Scoutopia

Philip Engelbutzeder organisierte das Wochenende in den Räumen von Scoutopia. Es gehört zum Institut von Prof. Dr. Bergmann, welcher diesen Raum für Vernetzung und Kreativität vertrauensvoll in die Hände seiner Doktorandin Anne Schwab gelegt hat. Auch dieses Wochenende zeigt, dass diese Entscheidung richtig war:
In einem offenen Kreis von Sessel, Stühlen und Sitzsäcken stand ein kleiner Tisch mit Essen (auch den Äpfeln) und in dem Licht durchfluteten Raum konnten die 18 Teilnehmer sich frei über die foodsharing-Bewegung austauschen. Inhaltliche Punkte habe ich am Ende zusammengefasst. Der Atmosphäre war sehr gut und die Details der Bewegung konten alle angesprochen werden.
Nachmittags teilten wir uns in Gruppen, die jeweils eine Säule der Bewegung weiterdachten:

  • Kooperation (mit den Geschäften)
  • Koordination (der Foodsaver)
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Fairteiler (Regale und Kühlschränke in der Öffentlichkeit um vor der Verschwendung gerettete Lebensmittel zu verteilen)

Sonntag Brunch

Schon um zehn leerten wir die Füllhörner für unseren Brunch: Einige brachten selber zubereitete Speisen, Andere waren am Vorabend spazieren und brachten gefundene Nahrungsmittel.
Philip, Anne, Johannes und ein halber Vallinger Bild von Lars Tubies. Es zeigt von links nach rechts: Philip Engelbutzeder, Anne Schwab, Johannes Arens.

In dieser Umgebung fiel es uns leicht weiter über Lebensmittelverschwendung und Maßnahmen dagegen zu sprechen. Die Ergebnisse der Teams am Vorabend wurden ausgetauscht und weitere Schritte beschlossen. Unter Anderem treffen wir uns am 14.03. um 19:00 inm Hackspace Siegen.

Du bist herzlich eingeladen. Melde dich zum Beispiel per E-Mail an foodsharing@siegen.so .

Lose Notizsammlung

  • Die Argumentationsketten für foodsharing stehen online im Wiki. Wenn die zur Grunde liegende Weltanschauung klar ist, ergeben sie sich von selbst: Es tut weh "Leben"smittel weg zu werfen, denn damit wirft man auch Leben weg.
  • Fairteiler bestehen zur Not aus Regalen oder Fahrradanhänger. Kühlschränke sind nice-to-have
  • Als Betrieb kommen in Betracht Bäckerein, Siegener Tafel (seit einem Jahr sind Tafeln in Bundesweiter Kooperation mit foodsharing.de)
  • Flyer ersetzen nicht den persönlichen Kontakt
  • Kaufland ist ebenfalls in einer bundesweiten Kooperation. Allerdings braucht man dafür ein 40ig köpfiges Team zum Abholen und nochmal 20 zum weiter verteilen
  • Campact führt eine Petition gegen Lebensmittel-Wegwerfen.
  • Informationen gibt es noch auf Youtube-Kanal von foodsharing.de
  • Fairteilerorte könnten sein Greenspace, Scoutopia, Hackspace, KaffeeChaos und KultKaff.
  • Tankstellen werfen ebenfalls viel Essen weg.
Esteban Shure Avatar
Von: Esteban Shure

Ich bin der in Siegen gärtnernde Teil des Shure-Clans. Schick' deinen Kommentar an e [dot] shure [at] transition [minus] siegen [dot] de . Merci!
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